Stufendiagnostik
Die Stufendiagnostik ist ein abgestuftes Vorgehen, bei dem niedrigschwellige Untersuchungen vor aufwändigeren stehen, bei OSA: Anamnese, Heim-Polygrafie, ggf. Polysomnografie.
Das Prinzip der Stufendiagnostik vermeidet unnötige Belastungen für Patienten und schont knappe Ressourcen wie Schlaflaborplätze. Es ist Kern der S3-Leitlinie zur OSA-Versorgung. Im Somnara-Programm wird jede Stufe digital unterstützt: Anamnese per Videosprechstunde, Polygrafie zu Hause, Polysomnografie nur bei klarer Indikation.
Verwandte Begriffe
- S3-LeitlinieDie S3-Leitlinie ist die höchste Klassifikationsstufe medizinischer Leitlinien in Deutschland, sie basiert auf systematischer Evidenzrecherche und strukturierter Konsensfindung.
- AnamneseDie Anamnese ist die strukturierte Erhebung der Krankengeschichte und Symptome durch den Arzt, bei Schlafapnoe zunehmend auch als Videosprechstunde.
- PolygrafieDie Polygrafie ist eine Schlafdiagnostik, die Atmung, Sauerstoffsättigung, Schnarchgeräusche und Herzfrequenz aufzeichnet, heute überwiegend ambulant zu Hause durchgeführt.
- PrätestwahrscheinlichkeitDie Prätestwahrscheinlichkeit beschreibt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung vor Durchführung eines diagnostischen Tests ist, basierend auf Symptomen, Risikofaktoren und Anamnese.
- Sektorenübergreifende VersorgungSektorenübergreifende Versorgung verbindet ambulante, stationäre und telemedizinische Leistungen zu einem zusammenhängenden Behandlungspfad.
- Selbsttest (Schlaf-Selbsttest)Ein Schlaf-Selbsttest ist ein niedrigschwelliger, strukturierter Fragebogen zur ersten Orientierung, ob eine ärztliche Abklärung des Schlafs sinnvoll sein kann. Er stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Dieser Eintrag ist Teil des Somnara-Glossars zur Versorgung der obstruktiven Schlafapnoe. Bei klinischen Fragen ist immer die aktuelle Version der jeweiligen Leitlinie maßgeblich.
