Prätestwahrscheinlichkeit
Die Prätestwahrscheinlichkeit beschreibt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung vor Durchführung eines diagnostischen Tests ist, basierend auf Symptomen, Risikofaktoren und Anamnese.
Eine hohe Prätestwahrscheinlichkeit ist Voraussetzung für die Aussagekraft einer Heim-Polygrafie: Bei Patienten mit eindeutiger OSA-Symptomatik und Risikoprofil ist eine ambulante Diagnostik leitliniengerecht ausreichend. Bei niedriger Prätestwahrscheinlichkeit oder unklaren Befunden bleibt die Polysomnografie im Schlaflabor das Mittel der Wahl. Genau diese Differenzierung leistet die Stufendiagnostik im Somnara-Programm.
Geschätzt wird sie über Symptome und Risikofaktoren, häufig mithilfe strukturierter Fragebögen wie STOP-BANG oder der Epworth Sleepiness Scale. Der Zusammenhang erklärt, warum dieselbe Untersuchung bei zwei Personen unterschiedlich aussagekräftig ist: Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit bestätigt ein positives Ergebnis die Verdachtsdiagnose zuverlässig, bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit steigt dagegen der Anteil falsch positiver Befunde.
Relevant für
Verwandte Begriffe
- StufendiagnostikDie Stufendiagnostik ist ein abgestuftes Vorgehen, bei dem niedrigschwellige Untersuchungen vor aufwändigeren stehen, bei OSA: Anamnese, Heim-Polygrafie, ggf. Polysomnografie.
- AnamneseDie Anamnese ist die strukturierte Erhebung der Krankengeschichte und Symptome durch den Arzt, bei Schlafapnoe zunehmend auch als Videosprechstunde.
- S3-LeitlinieDie S3-Leitlinie ist die höchste Klassifikationsstufe medizinischer Leitlinien in Deutschland, sie basiert auf systematischer Evidenzrecherche und strukturierter Konsensfindung.
Dieser Eintrag ist Teil des Somnara-Glossars zur Versorgung der obstruktiven Schlafapnoe. Bei klinischen Fragen ist immer die aktuelle Version der jeweiligen Leitlinie maßgeblich.
