Schlaflabor
Ein Schlaflabor ist eine spezialisierte Einrichtung zur umfassenden Diagnostik schlafbezogener Erkrankungen mittels Polysomnografie.
In Deutschland gibt es rund 300 zertifizierte Schlaflabore, die Kapazitäten sind chronisch begrenzt, was zu Wartezeiten von oft mehreren Monaten führt. Die telemedizinische OSA-Versorgung entlastet Schlaflabore gezielt: Standardfälle werden ambulant abgewickelt, das Schlaflabor bleibt für komplexe und unklare Fälle reserviert, eine sinnvolle Priorisierung knapper Ressourcen.
Eine Nacht im Schlaflabor läuft standardisiert ab: Am Abend werden Elektroden für EEG, Augen- und Muskelaktivität sowie Sensoren für Atmung, Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz angelegt, die Nacht wird aufgezeichnet und am nächsten Morgen von geschultem Personal ausgewertet. Häufig folgt eine zweite Nacht zur Einstellung des Therapiedrucks. Der Aufwand erklärt beides zugleich: die hohe Aussagekraft der Untersuchung und die begrenzte Zahl verfügbarer Plätze.
Verwandte Begriffe
- PolysomnografieDie Polysomnografie ist die umfassende Schlafdiagnostik im Schlaflabor, sie misst zusätzlich zur Polygrafie auch Schlafstadien (EEG), Augenbewegungen und Muskelaktivität.
- DRG E63BDie DRG E63B ist eine Fallpauschale im deutschen Krankenhaus-Vergütungssystem für die stationäre Behandlung bei Schlafapnoe ohne komplizierende Faktoren, typischerweise einschließlich Polysomnografie.
Dieser Eintrag ist Teil des Somnara-Glossars zur Versorgung der obstruktiven Schlafapnoe. Bei klinischen Fragen ist immer die aktuelle Version der jeweiligen Leitlinie maßgeblich.
