Telemedizin
Telemedizin ist die ärztliche Versorgung über räumliche Distanz mithilfe digitaler Kommunikations- und Datentechnik.
Im Bereich der OSA-Versorgung umfasst Telemedizin Videosprechstunden, fernabgelesene Diagnostikgeräte, telemonitorische Therapiebegleitung und digitale Therapieanpassungen. Das ERS-Statement 2025 (Verbraecken et al.) belegt die klinische Gleichwertigkeit telemedizinischer OSA-Versorgung gegenüber dem stationären Goldstandard. Telemedizinische Leistungen erfordern in Deutschland nach den Vorgaben der KBV zertifizierte Videodienste und DSGVO-konforme Datenverarbeitung.
Die Grenzen sind dabei so wichtig wie die Möglichkeiten: Alles, was eine körperliche Untersuchung, eine Messung vor Ort oder einen Eingriff erfordert, lässt sich nicht aus der Ferne erbringen. Telemedizin ersetzt die Präsenzversorgung deshalb nicht, sondern verlagert die Anteile, die ohne Anwesenheit auskommen, und macht Termine so früher und wohnortunabhängig verfügbar.
Verwandte Begriffe
- Tele-SchlafmedizinTele-Schlafmedizin ist die Anwendung telemedizinischer Verfahren speziell auf die Diagnostik und Therapie schlafbezogener Erkrankungen.
- VideosprechstundeEine Videosprechstunde ist die ärztliche Beratung per gesicherter Video-Verbindung. In der vertragsärztlichen Versorgung ist dafür der Einsatz zertifizierter Videodienstanbieter vorgeschrieben; daneben gelten die berufsrechtlichen Anforderungen an die Fernbehandlung.
- TelemonitoringTelemonitoring ist die kontinuierliche Fernüberwachung medizinischer Parameter, bei der OSA-Therapie typischerweise Nutzungszeit, Druckverläufe, Leckagen und Restereignisse des APAP-Geräts.
- DSGVODie Datenschutz-Grundverordnung regelt EU-weit den Schutz personenbezogener Daten, bei Gesundheitsdaten gelten besonders strenge Anforderungen.
Dieser Eintrag ist Teil des Somnara-Glossars zur Versorgung der obstruktiven Schlafapnoe. Bei klinischen Fragen ist immer die aktuelle Version der jeweiligen Leitlinie maßgeblich.
